Die heutige Konservatorium Wien Privatuniversität (KWU) geht auf die in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts beginnende Bemühung der öffentlichen Verwaltung der Stadt Wien zurück, breiten Bevölkerungsschichten Zugänge zu höchsten Standards entsprechender künstlerisch-musikalischer Bildung und Berufsausbildung zu ermöglichen. Es steht dazu nicht im Widerspruch, dass an der KWPU heute nur bis zu 860 Studierende (gegenüber noch 1600 am Konservatorium vor 12 Jahren) studieren können, dass die ehemals stark vertretenen Vorbereitungslehrgänge nur mehr im Studiengang Tanz nennenswerte Schülerzahlen aufweisen und dass bereits etwa die Hälfte aller Studierenden keine österreichischen Staatsbürger sind. Professionalisierung, Exzellenz und Internationalität sind keine Merkmale sozial indizierter Exklusivität, wenn der Zugang zur und der Umgang der Angehörigen innerhalb der Universität keinen Bezug auf die soziale, religiöse und nationale Herkunft und Stellung der Studierenden, Lehrenden und Verwaltenden nimmt.
Daher ist es auch durchaus konsequent, dass die Stadt Wien im Vorfeld der Universitätsgründung das Konservatorium schon 2004 aus der Gemeindeverwaltung ausgegliedert und in die Trägerschaft einer Kapitalgesellschaft „der Konservatorium Wien GmbH“ übergeben hat. Die Stadt als Alleineigentümerin dieser Gesellschaft fördert derzeit jeden einzelnen Studienplatz mit im Durchschnitt 20.000.- EUR pro Jahr, wodurch die von den Studierenden zu entrichtenden Studienbeiträge vernachlässigbar niedrig gehalten werden können.
Somit steht die KWU eindeutig im öffentlichen Bildungsauftrag und kann weder ihrem Selbstverständnis noch ihrer Struktur bzw. Finanzgebarung nach als „private“ Universität bezeichnet werden, auch wenn sie durch die Rahmenbedingung des Universitätsakkreditierungsgesetzes die im Grunde irreführende Bezeichnung „Privatuniversität“ zu führen gezwungen ist. |